Kinobesuch: Slipknot – Day of the Gusano

Ein Gastbeitrag von Sascha Schyns.

Am 6. September hatten einige deutsche Kinos das Glück den neuen Slipknot Film, nennen wir ihn doch an dieser Stelle eher Doku, “Slipknot – Day of the Gusano” zu begutachten. Ich als jahrelanger Slipknot Fan habe mir das natürlich nicht entgehen lassen und direkt als damals der Vorverkauf losging mein Ticket vorbestellt. Was ist nun aus der Doku geworden? Finden wir es doch gemeinsam heraus!

Hier der Trailer zur DVD:

Pünktlich im Kino angekommen hieß es noch „Die Vorstellung startet um 20:00 Uhr“. Pustekuchen, erst einmal bekamen wir Kinobesucher noch einen Timer von 10 Minuten vor die Nase gesetzt, kein Problem, aber die Spannung stieg dadurch natürlich ins Unermessliche. Als dann die Doku losging dachte ich mir „Hat der Kinoinhaber keinen Bass auf den Boxen oder was?“ Man hörte Musik, aber in welcher „HÖHE“ wurde hier denn alles eingestellt? Na, da hat uns Shawn Crahan, Clown von Slipknot, aber schön verarscht, denn das war Absicht! Denn nicht einmal ein paar Sekunden später: BASS und der erste Song „Sarcastrophe“, wie es sich mit dem letzten Album „The Gray Chapter“ auch so gehört. Als alles los ging dachte ich mir aber „Man hättest du das mal bei den Amis angeschaut“. Man waren die Zuschauer im Kino nicht auf Stimmung aus, sondern auf das typische Deutsche wir müssen still sein, immerhin sind wir ja im Kino, abseits einiger „Oh“ und „Ah“, wenn ein bekanntes Lied angespielt wurde, einfach nur Stille. Aber kein Problem, kann ich mit leben.

Was war nun der Doku-Teil dieses Films? Nun ja, bei einigen Stellen des Films haben wir Fans sehen können, wie sie auf dem Gelände des Knotfest in Mexico einmarschiert sind um Ihre Idole zu sehen, oder wir sahen einige Fans des Meet and Greets, die Ihre Geschichte erzählt haben. So leid mir ja Ihre Geschichte auch tut, jeder hat aber sein Päckchen im Leben zu tragen, das also die Band etwas bei den Fans erreicht hat und deren Stimme bei Ihnen in schlimmen Zeiten geholfen hat, ist ja bei den meisten Fans nichts Neues. Was fehlte mir also in diesem Moment? Nun ja eine Message, denn abseits der komischen Untertitel wo das Wort „Motherf*****“ rein gar nicht übersetzt wurde oder „F***“ durch verdammt, was sehr amüsant war, haben wir hier eine kleine traurige Story serviert bekommen mit der Band, wie sie durch Mexiko spaziert und sich Sachen anschaut. Der gute Teil des Films war natürlich das Konzert! Selten habe ich mich wieder wie bei einer Live-Show versetzt gefühlt und es hat sich gut angefühlt. Die Gänsehaut war wieder da, die Lust mitzusingen und einfach im Sitz zu wippen war da, der Sound war perfekt, genau das was ich sehen wollte! Nur wieso dann der Doku Teil mit den Fans die sich in einigen Szenen sogar sehr, sehr peinlich angestellt haben? Ich fand es auf jeden Fall süß aber auch etwas komisch?

Fast 90 % der Doku war aber das Knotfest Konzert mit einer geilen Kamerafahrt, viel Sound, viel Details und einfach nur dem Gefühl, wie schon erwähnt, wie ich es auf einem Live-Konzert lieben würde! Alleine im Kinosaal zu sitzen und das Intro von „Devil in I“ zu hören hat mich aus dem Sitz gerissen, ein schwer zu beschreibendes Gefühl! Aber wo blieben die Klassiker der Band und die guten Songs? Nicht das die Band jemals schlechte geschrieben hätte, vielleicht mit ein paar Ausnahmen, aber kein „Left Behind“? Kein „People = Shit“? Wir bekamen natürlich unsere Favoriten wie“ Wait and Bleed“, „Duality“, „Before I Forget“ aber auch „Psychosocial“. Die Klassiker wurden dann aber durch Songs wie „Metabolic“ oder auch „Prosthetics“ ausgetauscht. Erlaubt mir aber hier zu sagen „DAS HABEN SIE GUT GEMACHT!“. Als „Prosthetics“ anlief stand der Frontmann Corey Taylor einfach nur still im Dunkeln auf der Bühne, Chris und Shawn spielten ihren Part an, Corey hob seine Arme, es fühlte sich an wie in einem guten Horrorfilm, glaubt mir wenn ich sage „ES HAT MIR GEFALLEN“. Ich fand dies mit einen der besten Momente, einfach was eine Live-Show und Liebe zum Detail für Bühne, Stimmung und Horror anging, hier haben die Jungs ganze Arbeit geleistet.

Natürlich gab es zum Schluss gerade bei „Spit it Out“ den Sit Down Part, welcher für die Band inzwischen berühmt geworden ist und zum Standard gehört, nur wieso schaffen es nicht mal die 9 Band Mitglieder und Ihr Kamerateam genauso wie das Team der ARD oder anderen TV Sendern welche den Rock am Ring senden, genau diese Passage richtig auf Kamera zu bringen? Wieder einmal hören wir und sehen wir vor allen Dingen wie Corey sagt „JUMP THE F*** UP“ und der erste und wohl am besten anzusehende Sprung ist wieder einmal nicht richtig eingefangen worden. Schade wie ich finde, aber dann versteh ich auch das Problem der TV Sender nicht dabei, bleibt es ein Mysterium oder das war Shawn’s Absicht dies als eine Art Satire anzuspielen.

Kommen wir noch zum Sound und einem allgemeinen Fazit:

Corey Taylor der Sänger und Frontmann der Band hat sich in all den Jahren der Band so zum positiven entwickelt, auch wenn wir weiterhin kein Wort aus „Spit it Out“ Live verstehen, ist seine Stimme und Tonlage geiler denn je. Dieser Ausdruck, der Sound, einfach sein Markenzeichen und jeder weiß „Das ist Corey Taylor“. Der neue Schlagzeuger nach dem Austreten von Joey Jordison macht einen perfekten Job, sowie der neue Bassist nach dem Ableben von Paul Gray, Alessandro Venturella, macht ebenfalls eine gute Figur, auch wenn Sie niemals die alten Mitglieder ersetzen können.

Fazit: Dieser Film ist auf jeden Fall etwas für die Leinwand! Ich glaube kaum, dass man das gleiche Gefühl zuhause vor dem eigenen Fernseher bekommen wird. Und ich habe gerne mein Geld für diese Doku investiert und finde es schade, dass dieser nur einmal im Kino angelaufen ist. Ich würde ihn noch mindestens zwei- oder dreimal wieder anschauen, abseits der kleinen Fehler die ich gerne verzeihe, weil sie zum gesamten Paket dazu gehören und auch für den einen oder anderen Lacher im Kino gesorgt haben.

 

Stay tuned!

Sascha Schyns

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