Das fünfte Türchen

Wenn ein Musiker, in deiner Wohnung pennt

Das hört sich jetzt beim ersten lesen sehr nach Groupie an, aber so war das natürlich nicht. Nein, wirklich! Wir schreiben das Jahr 2012 (bin mir nicht sicher xD), um besser zu sagen, Sommer 2012. Damals habe ich noch in Braunschweig gelebt und eine Freundin feierte ihren 30. Geburtstag. Anlässlich zu diesem Geburtstag planten wir alle natürlich eine fette Überraschung. Was gibt es da besseres als einen ihrer Lieblingsmusiker zu einem Konzert einzuladen? Genau, ich weiß es auch nicht! So stand der Plan fest: Jim Kroft wird geordert. Dafür wurde fleißig Geld gesammelt. Wir machten sogar einen falschen Junggesellinenabschied, um noch mehr Geld zu sammeln. Ja, ich war die „Braut“. So etwas tut man eben für Freunde! Als es dann hieß, wo wir denn Jim schlafen lassen, sagte ich ganz unbedacht „bei mir!“. Und damit stand die Sache fest, er würde in meiner Wohnung übernachten. Nur zur Information, ich lebte damals in einer 1-Zimmer Studentenwohnung. Also war für mich von Anfang an klar, dass ich dann bei einer Freundin übernachten würde. Das wäre doch irgendwie komisch, nicht, dass es nicht auch komisch ist einen Musiker in seiner Wohnung alleine zu lassen.

Der Tag des Geburtstages kam – wir als Freunde hatten spontan eine eigene Band gegründet und würden somit als Vorband für Jim Kroft dienen. Soweit der Plan. Wir probten und holten schließlich Jim vom Bahnhof ab, damit er auch noch einmal proben konnte. Danach verfrachteten wir ihn bei den Eltern der Freundin und er wurde dann später von jemanden abgeholt und zur Location gebracht. Wir spielten unsere Songs und blamierten uns Gott sei Dank nicht so sehr. Dann zischte ich kurz ab und holte Jim, der natürlich auch noch etwas von unserem Gesinge gehört hatte. Er behauptete zwar steif und fest, dass es gut gewesen wäre, aber wir wollen ja mal ehrlich bleiben. War OK. Unsere Freundin fiel aus allen Wolken – es war also ein voller Erfolg.

Mein persönliches Highlight war immer noch an diesem Abend, als wir gemeinsam mit ihm singen durften. Das war schon ein bisschen so als würde ein kleiner Traum wahr werden. Zumindest werde ich diesen Moment immer in meinem Herzen behalten und sehr wertschätzen.

Der Abend wurde irgendwann später und es hieß dann auch „ab nach Hause“. Ich brachte Jim in meine Wohnung, die er total toll fand. Wir tauschten noch Nummern, falls etwas sein sollte und ich zeigte ihm alles was er wissen musste. In einer 1-Zimmer Wohnung gibt es ja nicht so viel zu zeigen. Er fand meine Fotowand total toll, daran erinnere ich mich noch. Mir war das in dem Moment sogar etwas unangenehm, weil da alles Mögliche an Fotos hingen. Tja, und dann hieß es „Gute Nacht“ und ab zur Freundin, die nur zwei Häuser wohnte.

Ja, es war ein verdammt komisches Gefühl jemanden in deiner Wohnung zu schlafen, den man eigentlich nicht richtig kennt. Wobei ich Jim mittlerweile als einen Freund schätze und er ist ein super toller Mensch. Und deswegen hatte ich auch absolut keine Bedenken, weil ich weiß, dass er genau solche Gesten schenkt. Also so viel dazu, wie man einen Musiker in die Wohnung bekommt 😉

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