Irie Révoltés Open Air @Gilde Parkbühne, Hannover, 27.08.16

Warnung: Der Artikel enthält linkspolitische Aussagen und beschreibt ein linkspolitisches Festival. Menschen mit einer Neigung zur Rechtspolitik könnten sich angegriffen oder bloßgestellt fühlen. Diese sollten unverzüglich das weiße Kreuz im roten Kästchen oben rechts(!) am Bildschirmrand klicken! #sorrynotsorry

“Alerta, Alerta, Antifascista” – unter diesem Motto stand das Open Air am letzten Samstag. Sechs wunderbare Künstler traten unter schönstem Sonnenschein auf der Gilde Parkbühne auf und verwandelten diesen Ort in einen bunten, toleranten Platz. Jennifer Gegenläufer, Les Réfugiés, Cuatro Pesos de Propina, Neonschwarz, Slime und Irie Révoltés brachten die Menge zum Tanzen. Es gab schicke Festivalbändchen, das Wetter war der Wahnsinn und ca. 4500 Menschen versammelten sich gegen Rassismus und für ein tolerantes Miteinander. Was mir übrigens sehr positiv und sympathisch aufgefallen ist, ist dass die Jungs von Irie Révoltés die Künstler persönlich angesagt haben. Großes Lob dafür!

Den Anfang machte Jennifer Gegenläufer. Sie hatte nur 15 Minuten, diese hat sie aber super genutzt! Jennifer, lieber als Kampflesbe statt als Junge „abgestempelt“, kämpft für die Rechte für Homosexuelle. Mit 13 begann sie zu rappen und dies tut sie mittlerweile seit 8 Jahren. Ihre Texte: provokant und authentisch, denn sie war immer „das Problemkind“. Sie rappte eine Line nach der anderen und heizte den bisher wenigen Zuschauern mächtig ein. Ihre Setlist bestand aus „Gegenläufer_in“, „Antriebslos“, „Kosmetikkrieg“ und „Litfaßsäulensexporno“. Falls sie in die Nähe kommt: lohnt sich!

Die zweite Band des Open-Airs verwandelte die Zuschauer in eine tanzende Masse: Les Réfugiés. Tanzbare Musik, gute Laune und viel Spaß auf der Bühne rundeten das Ganze ab. Leider kann ich online nicht allzu viel über die Band herausfinden, schade eigentlich! Falls wer was weiß, die/der melde sich doch bitte 🙂

Cuatro Pesos de Propina, gegründet 2000 in Montevideo in Uruguay, ist eine siebenköpfige Ska-Rock-Band. Es war nicht einfach, diese Band nach Hannover auf die Bühne zu bekommen, aber es hat funktioniert. Die Band war begeistert, sowie das Publikum es auch war. Mit tauschenden Rollen zwischen Gesang, Gitarre, Bass und Showeinlage war das gesamte Bühnenbild sehr dynamisch. Die Masse tanzte zu der Musik und die Jungs hatten sichtlich Spaß auf der Bühne. Auch hier ertönte „Alerta, Alerta, Antifascista“.

Die unbekannteren Acts waren an der Reihe und haben den Zuschauern ordentlich Feierlaune eingeheimst. Nun waren die Hamburger Neonschwarz an der Reihe. Sehr sympathische Jungens und Mädels sind Johnny Mauser, Captain Gips, Marie Curry und Spion Y. Mit ihrem neusten Album „Metropolis“ ist die Band nun auf Tour und spielt viele Shows. Die politische Lage lässt sie nicht unbeeinflusst und so zeigten sie Flagge auf der Bühne „Refugees Welcome“! Die ersten Bengalos wurden gezündet. „Unser Haus“, „2015“, „Dies das Ananas“ oder auch „Kinder aus Asbest“ wurden zum Besten gegeben. Pink maskierte Personen ergänzten die Show. Einer von ihnen crowd-surfte auf einem pinken Gummiboot mit der Aufschrift „Nazis raus“, andere standen mit Regenbogen-Regenschirmen auf der Bühne. Sie stellten ganz klar ihre politische Meinung da und zogen das Publikum vollkommen in ihren Bann.

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Als vorletzter Act begannen Slime ihren Auftritt. Die wohl bekannteste Punkrockband in Deutschland, gegründet 1979 und noch immer voll dabei. Ab September geht die Band sogar wieder auf Tour. Damals aktuelle Songs die heute noch immer zutreffen, harte Klänge und klare Ansagen. „Bei solchen Festivals […] „Alerta, Alerta, Antifascista“ [zu rufen] gibt uns die Power im Alltag gegen das Pack vorzugehen!“, waren die einleitenden Worte für den Song „Nazis raus“. Moshpits, rockende Menschen und jede Menge Antifa-Flaggen!

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Nach Slime stand der Hauptact dieses Tages an: Irie Révoltés.

Lange Umbauzeiten, es wurde dunkel und die Leute versammelten sich mit ihrer letzten Energie vor der Bühne. Bengalos, Feuerzeuge, Handylichter – alles wurde bereitgehalten. Um zwanzig nach neun war es so weit: die Band begann ihren Headliner-Auftritt. Irie Révoltés ist eine neunköpfige Heidelberger Band. Mit einer sehr starken Setlist mit Klassikern wie „Allez!“, „Antifaschist“, „Explosion“, „Travailler“, „Il est là“ oder „Fäuste hoch“ holte die Band alles aus dem Publikum. Die Menge tanzte, sie sprang, sie sang. So sollte ein Konzert sein: Alles stimmt, alle sind begeistert und machen mit. Kein Platz für Rassismus, Homophobie, Sexismus oder ähnlichen Hass. Dadurch, dass die Band eher als geplant begonnen hatte, konnten sie nach hinten hin sogar länger auf der Bühne bleiben. Es war eine grandiose Show und jeder sollte Irie Révoltés unbedingt live gesehen haben. Ich persönlich habe sie vor 4(?) Jahren auf dem Deichbrand das erste Mal gesehen: Es war Liebe auf den ersten Blick!

Bitte bitte kommt schnell wieder und macht wieder so ein geiles Open Air! Das ist absolut klasse!

– Michelle

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