M’era Luna Festival 2016 @Hildesheim

Auch dieses Jahr fand am zweiten Augustwochenende das M’era Luna Festival in Hildesheim statt. Vom 12. bis zum 15. August war die Stadt gefüllt mit einer schwarzen Festivalmenge.

Mit einem sehr guten Line-Up überzeugte das diesjährige M’era Luna: Acts wie Within Temptation (mit Special Guest Tarja Turunen), Sister of Mercy, Oomph!, Letzte Instanz, Eisbrecher, Hocico, Lord of the Lost oder Combichrist waren vertreten. So konnte ich meinen musikalischen Horizont um einige gute Bands erweitern!

Der Freitag war der typische Anreisetag. Um 08:00 Uhr morgens wurde der Parkplatz freigegeben, um 11 Uhr wurde das Camping-Gelände eröffnet. Wir kamen gegen 12 Uhr an und stellten fest, dass schon sehr viele Leute vor Ort waren. Der Einlass war schnell und unkompliziert. Wir konnten durch die Fast-Lane, bekamen fix unsere Bändchen und nach einem netten Pläuschchen mit einem Festivalcrew-Mitglied ging’s auf die Zeltplatzsuche. Dort wurden wir sehr schnell fündig und fanden Platz für unsere zwei Zelte und den überlebenswichtigen Pavillon! Aufbauen – schleppen – einrichten – Bierchen zischen, nun konnte das Festival beginnen! Am Freitag war das Wetter eher bescheiden und unbeständig. Mehrere Schauer zwischen sekündlichen Sonnenstrahlen und relativ kalter Luft ließen auf ein ungemütliches Wochenende vermuten. Gott sei Dank trat das nicht ein!

Bereits am Freitag stand einiges an Programm an, so war bereits die „Gothic Fashion Town“ eröffnet und man konnte nochmal schön shoppen! Auch war der allseits bekannte Disco Hangar offen und viele schwarze Seelen tanzten sich am ersten Abend die Füße wund.

Der Festivalsamstag begann um 11:00 Uhr mit der ersten Band Shaârghot gefolgt von Vlad in Tears und Erdling. Mein Band-Samstag begann um 12:35 Uhr mit Gothminister. Diese Band habe ich vor fünf Jahren auf dem M’era Luna kennen gelernt und fand diese gar nicht schlecht. Leider habe ich nicht so viel von der Band mitbekommen, da ich um 13:00 Uhr zur Oomph! Autogrammstunde wollte. Leider lohnten sich die 1.5 Stunden anstehen nicht und ich kam nicht mehr dran. Schade! So suchte ich meine Festivalbegleitung und wir sahen uns Stahlmann an. In der prallen Sonne standen wir vor dem Weinstand und wippten fleißig mit zur Musik. Ein erneuter Gang durch die Gothic Fashion Town entzog unseren Taschen noch ein wenig Geld.

links: Gothminister, rechts: Stahlmann

Gegen 15:50 Uhr standen dann Oomph! auf dem Plan. Diese Band habe ich dieses Jahr nun dreimal gesehen und muss sagen: Sie sind live einfach der Hammer! Da sie letzten Monat erst auf dem Deichbrand waren, hatte ich einen direkten Vergleich. So fiel direkt auf, dass die Setlist abgeändert wurde und an das jeweilige Publikum angepasst wurde. Der Auftritt war nicht lang, die Setlist dafür umso besser! „Labyrinth“, „Träumst du“, „Niemand“, „Gekreuzigt“, „Der neue Gott“, „Sandmann“, „Jetzt oder nie“, „Gott ist ein Popstar“, und „Augen auf!“ wurden zum besten gegeben. Ein grandioser Auftritt mit viel Energie und einem begeisterten Publikum!

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Oomph!

Ein Gang über den Mittelaltermarkt erfüllte die Sinne. Ich war leider etwas enttäuscht, da ich mir sicher bin, dass der Mittelaltermarkt im Vorjahr um einiges größer war und mehr Stände den Platz schmückten. Schade eigentlich – vielleicht wird da nächstes Jahr wieder mehr draus gemacht. Sehr positiv ist mir jedoch die Regenbogenflagge aufgefallen! 🙂

Gegen frühen Abend stand mein Festival-Highlight an: Apocalyptica. Auch diese Band habe ich 2011 bereits auf dem Festival gesehen und war begeistert. Dieses Jahr war ich begeisterter. Der Auftritt war der Wahnsinn – das Wetter war der Hammer! Auch 2011 schien die Sonne während des Apocalyptica-Auftritts. Zufall? Gut gelaunte Finnen betraten die Bühne und legten einen unvergesslichen Auftritt hin. Härtere Kompositionen wie „House of Chains“ wurden neben Balladen á la „Bittersweet“ zum Besten gegeben. Mit Sänger Franky Perez gaben sie ihrem instrumentalen Können eine raue, rockige Stimme! Positiv überraschte mich so die Darbietung des Songs „I don’t care“ (im Original gesungen von Adam Gontier). Was mir aber am meisten gefiel war, dass „Bittersweet“ nur instrumental gespielt wurde. Gänsehaut pur, in meinem Kopf die Stimmen von Ville Valo und Lauri Ylönen, tatsächlich war ich zu Tränen gerührt. Ich liebe diesen Song! Großes Lob an die Band! „Shadowmaker“ ist mir im Kopf geblieben und ich habe mich erneut in diese Band verliebt. Außerdem ist es heiß, wenn Finnen Englisch sprechen (nur so als Nebeninfo… :p). Der Auftritt war mein absolutes Highlight und ich war geflasht! Kommt bitte bald wieder. „You gave us some German love and we’ll punish you with some classical shit“.

Links: Perttu & Franky Perez, rechts: Perttu, Eicca, Paavo & Mikko

Damit war der Festival-Samstag für mich „vorbei“ und ich genoß den restlichen Abend im Camp mit flüssiger und Dosennahrung.

Sonntag stand auch einiges auf dem Programm. Mein größtes Problem war die Überschneidung von Combichrist und Centhron. Liebes M’era Luna Team: Das dürft ihr doch nicht machen 😀 Dieses Dilemma hatten viele!

Gegen 13 Uhr begaben wir uns in Richtung Hangar Stage um den Auftritt von Heldmaschine zu sehen. Ich kannte nur wenige Songs durch meine Festivalbegleiter. Mir gefiel der Auftritt, eine Band die ich mir für später auf jeden Fall vermerkte! Vom Hangar gingen wir zur Main Stage auf der Letzte Instanz spielten. Namentlich schon mal gehört, aber auch diese Band sagte mir musikalisch gar nichts. Bis jetzt! Denn auch diese Band habe ich mir für zuhause vermerkt.

links: Heldmaschine, rechts: Letzte Instanz

Nun kamen „meine“ beiden Bands: Centhron und Combichrist. Centhron hatte ich bisher nicht live gesehen und wollte unbedingt reinschnuppern. Voll war’s im Hangar und die Menge tanzte. Die Songs, die ich mir angesehen hatte, kannte ich bisher nicht. Aber die Beats waren super und man konnte nicht anders, als dazu zu tanzen! Ich schätze dass die Klassiker „Gasman“, „Cunt“ und „Drecksstück“ gespielt wurden – zu dem Zeitpunkt war ich dann aber bereits vor der Main Stage. Dort gaben Combichrist ihr Können zum Besten! Es war das erste Mal, dass Combichrist nicht im Hangar spielten. Meiner Meinung hätten sie im Hangar spielen sollen, trotz der Menschenmassen. Dort wäre der Sound vermutlich besser gewesen und die Show wäre authentischer rüber gekommen. Dies ist keine Kritik am Auftritt – dieser war nämlich um Lääääängen besser, als der auf dem Deichbrand. Aber das M’era Luna hat ein ganz anderes Publikum, mehr Fans sind da und die Leute machen auf ihre Art und Weise mit. Der Auftritt auf dem Deichbrand war gut, der auf dem M’era Luna war besser. Das Gesamtpaket stimmte und es waren viel mehr Leute vor der Bühne. Die Setlist ist nicht wirklich abgewichen und die Songs „Maggots at the party“, „My life my rules“, „Can’t control“ oder „Get your body beat“ wurden auch hier performt. Die Band war besser gelaunt, hatte mehr Bock auf die Show und das Publikum feierte. So gehört sich ein vernünftiger Auftritt! 🙂

Links: Centhron, rechts: Andy LaPlegua von Combichrist

Später am Abend folgte der Auftritt von Eisbrecher. Diesen sah ich von der Autogrammschlange von Combichrist aus. Ich hatte dazu gelernt: Diesmal stellte ich mich früher an und war auch erfolgreich. So konnte ich Autogramme und ein Foto mit der Band ergattern und lernte gleichzeitig nette Leute in der Schlange kennen 🙂

Was mir am Eisbrecher Auftritt sehr gefallen hat, war die Tatsache, dass der Sänger das Problem „Generation Smartphone“ ansprach. Künstler wollen beim Auftritt ihr Publikum sehen und nicht tausende Handys und Kameras. Das Publikum will die Künstler sehen – und zwar live und nicht über Tablet und Handybildschirme vor ihnen. Mit Witz verpackt wies die Band drauf hin. Die Band sagte, dass das Publikum genau jetzt Fotos machen könnte, sie würden sich still hinstellen, sodass die Fotos auch scharf werden. Mit sehr „authentischen“ Posen brachte die Band das Publikum zum Schmunzeln. Nach einem Posenwechsel sah man die Kameras und Handys verschwinden und das Konzert über sah man endlich Hände! Die ein oder andere Ausnahme gab es. „Ey du! Nimm sofort das Handy runter, oder ich werfe mit dem Stock!“ Im nächsten Augenblick flog ein Drumstick in die Menge. Mir gefiel die Art der Performance, dass das Ganze so mit Humor verpackt wurde. Die gesamte Darbietung war toll und auch die Musik sprach mich sehr an. Wieder eine Band für die „Muss ich später hören“-Liste.

links: 1. Pose, rechts: Wechselpose

Der letzte Auftritt, den ich mir auf dem M’era Luna ansah, war der von Within Temptation. Hatte die Band hin und wieder gehört, aber nie so richtig „wahrgenommen“. So ließ ich mich mitziehen und war positiv überrascht! Die Stimme engelsgleich, klingt wie nach einer professionell abgeschlossenen Opernausbildung. Diese wurde jedoch nie gemacht. Das Bühnenbild mit den Leinwänden war aufwendiger, als die der „kleineren“ Bands. Das Kleid von Frontfrau Sharon war sehr schön. Schwarz mit kleinen Röschen und dazu einen passenden Schleier. Die Art, wie sie sich auf der Bühne bewegt war grazil und kraftvoll zugleich. Die Band hatte sichtlich Spaß und war sehr erfreut darüber, das M’era Luna abzuschließen. Mit Pyro-Effekten und Feuer-Fontänen wurde die Show abgerundet. Die meisten waren gespannt auf den angekündigten Special-Guest: Tarja Turunen. Zusammen sangen die beiden Frauen den Titel „Paradise (What about us?)“. Die Stimmen harmonierten, beide gaben Alles! Diese Performance war absolut Abschluss-würdig! Wird sicher nicht die letzte live-Show von Within Temptation gewesen sein, die ich gesehen habe.

Sharon und Tarja Turunen

Alles in allem war das M’era Luna wieder mal großartig. Tolle Bands, tolle Leute, das Wetter war der Wahnsinn und alles passte!

Abschließend möchte ich nur noch sagen: „Helgaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

M’era Luna: Wir sehen uns im nächsten Jahr!

~Michelle

P.S.: Mehr Bilder findet ihr übrigens auf unserer Facebook-Seite 🙂

 

 

 

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