Jim Kroft – im Wohnzimmer meiner Eltern

Vor einiger Zeit war etwas los. Etwas, was nicht ganz so Alltäglich ist, vor allem nicht im Hause meiner Eltern. Einige von euch erinnern sich vielleicht an das Foto, dass wir dazu gepostet haben:

Ein Wohnzimmerkonzert mit Jim Kroft stand an!
Als ich damals meinem Vater davon erzählte, dachte ich nicht, dass das Alles wirklich stattfinden würde. Mehr so eine fixe Idee, die man dann aber auch schnell wieder vergisst. Aber nein- es hat tatsächlich stattgefunden! Am Freitag, den 23. Oktober um 20:00 Uhr, saß Jim Kroft mit seiner Gitarre in dem Wohnzimmer meiner Eltern. So etwas hatte es in unserem kleinen Dorf auch noch nie gegeben, da war das Interesse natürlich groß!

Sogar aus Hamburg kamen die Gäste. Und von Hamburg in ein Dorf nahe Oldenburg ist auch kein Katzensprung.
Wie es überhaupt dazu kam? Um genau zu sein, hat Jim der lieben Michelle bei Facebook davon erzählt, dass er Hauskonzerte machen würde, und ob sie Interesse hätte. Da es Michelle aber ein wenig an Platz in der Wohnung mangelt (WGs sind nicht die besten Plätze für sowas :D), sind ihr direkt meine Eltern eingefallen. Das Wohnzimmer ist etwa 50 m² groß. Da passt natürlich eher was rein. Also erzählte sie mir davon, und irgendwann beim Abendessen habe ich es dann mal angesprochen.

Ich selbst kenne Jim Kroft seit etwa drei Jahren, glaube ich (Ich habs ja mit Zahlen nicht so!) und bin, seit ich ihn das erste Mal live erlebt habe, ein großer Fan von ihm. Das haben meine Eltern natürlich auch mitbekommen und mein Vater war sogar so begeistert von der Musik, dass er von mir das erste Album „Between The Devil And The Deep Blue Sea“ zum Geburtstag bekommen hat.

Naja, das Gespräch beim Abendessen lief in etwa so ab:
„Jim macht Hauskonzerte.“
„Was heißt das?“
„Dass er zu Leuten nach Hause fährt und dort im Wohnzimmer ein Konzert spielt.“
„Was, echt? Schreib mal hin, wie das abläuft und was das kostet.“

Gesagt, getan. Email geschrieben, kurz darauf Antwort erhalten und das an meinen Vater geleitet. Ich war mir so sicher, dass er spätestens jetzt einen Rückzieher machen würde. Wieder falsch gedacht. Ich habe ihm die Email weitergeleitet, und den Rest hat er ausgemacht.

Es war ein tolles Erlebnis. Hat man ja auch nicht alle Tage, dass einer der Lieblingsmusiker mal in das Haus kommt, in dem man groß geworden ist.
Um 15 Uhr habe ich den müden Jim vom Bahnhof abgeholt. Bei uns angekommen, wurde dann kurz mit den Eltern geplauscht und er hat sich für eine Stunde zurückgezogen. Praktisch, dass die Kinder ausgezogen sind, dann sind ja Zimmer frei! 😀
Während der Zeit hat mein Vater draußen den Grill angeschmissen. Herr Kroft war total begeistert. „That‘s the German spirit!! Barbecue in winter, I never had that!“ – irgendwann ist doch immer das erste Mal, nüü? 😉
Ich hatte das Vergnügen, für meine Eltern zu dolmetschen. Sie verstehen zwar beide recht gut Englisch, aber sprechen ist dann doch so eine Sache für sich. War ja auch immerhin 1978, dass sie das letzte Mal Englisch gesprochen haben.

Nach und nach trudelten die Gäste ein. Viele Freunde und Bekannte meiner Eltern, aber auch Freunde von mir, die Jim schon kannten. Darunter auch Michelle. Janna konnte leider nicht kommen, blöde Arbeit 😦
Das war ein komisches Gefühl, da ich bisher immer mit ihr zusammen bei Jim Kroft auf den Konzerten war. Immerhin kenne ich ihn in erster Linie überhaupt durch sie.

Um 20:00 Uhr ging es dann los. Wir „jungen Lüüt“ saßen sogar auf dem Fußboden. Meine Mutter meinte, die Sitzgelegenheiten müssten für die „alten“ Leute frei bleiben. (Die hat glatt so getan, als ständen sie alle mit einem Bein im Grab 😀 )
Jim saß auf einem ganz normalen Stuhl, an der Fensterseite bei uns. Einige Tage vorher haben wir ihn bei einem Konzert in Bremen besucht und er hat um Liedwünsche gebeten, falls wir welche haben. Die gabs dann per Mail und daran hat er sich auch gehalten!
Er hat viel von seinen Reisen erzählt, die Journeys die er gerade macht. Und von seinem Plattenvertrag, wie er sich selbst nicht mehr sicher war, ob er noch weitermachen sollte mit der Musik. Auf Englisch. Ein Teil der Leute hat es nicht so gut verstanden, aber er hat hier und da auch ein bisschen Deutsch geredet. Genossen haben es trotzdem alle.
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Aber Herr Kroft ist auch ein unglaublich charismatischer und herzlicher Mensch. Allein durch seine Art kann er Leute begeistern.
Es wurden alte, sowie neue Lieder gespielt. Album 1- 3, Journeys, alles dabei. Vor allem über Lieder wie „The Great Doomsday Story“ , „Birthrights“ oder „The Jailer“ wurde sich gefreut. Bei „Tell Me“ haben sogar alle mitgesungen! Und wir sowieso. Meine Freunde und ich, die ihn schon vorher kannten,  wurden kurzerhand in den „Oldenburg Choir“ umgetauft und immer kräftig zum mitsingen verdonnert. (Klappt gut wenn man nicht so super textsicher ist! *hust*)

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Zwei Sets hat er gespielt. Dazwischen eine Pause von etwa 15 – 20 Minuten, in denen er sich unter die Besucher mischte. Eine Kollegin meiner Mutter war so begeistert, dass sie direkt CDs bei ihm kaufte. (Inzwischen haben sie übrigens alle!) Und ihr Mann, der von der Arbeit sehr müde war und nur seiner Frau zu Liebe mitgekommen ist, war hellauf begeistert. Muddi erzählt mir jedes Mal wieder, wie ständig wieder jemand sagt, wie toll das doch war.

Aber auch die schönsten Konzerte gehen irgendwann zu Ende.
Ein langer Plausch im Flur kam zu Stande (Ursprünglich wollte ich ja eigentlich nur auf Toilette aber der Weg war ja irgendwie versperrt und als ich dazukam rief Jim nur laut TOILETTENPARTTYYY WHOOOHOOO!“). Wir sprachen über alles- Familien, Musik, Freunde, Hobbys, das Leben. Man hat sich auf einer ganz anderen Ebene kennen gelernt.  Und dann vermerkten Michelle und eine weitere Freundin von uns, dass ein Lied nicht gespielt wurde, dass sie sich so sehr gewünscht hatten. Und weil es ja sowieso so schön war, setzte Jim sich mit seiner Gitarre auf den Küchentisch und spielte „If I’m Born Too Late“ nur für uns Drei.
So saß er da- zwischen Salat, Bier und sonstigem Zeug. Ein wunderbarer Anblick.

 

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Der wohl bedeutsamste Moment für mich selbst war aber wohl, als er mir seine Gitarre in die Hand drückte und ich sie spielen durfte. Dann wurde ich aufgefordert zu singen- eigentlich stell ich mich ja immer total an, aber ich habs einfach mal gemacht, und mit ein paar lütten Fehlern mal „Hero Of War“ von Rise Against geträllert. Und es hat ihm gefallen!
Man spielt ja nicht alle Tage die Gitarre von seinem Lieblingsmusiker. (Also, einem davon 😀 )

DSCN1595the proof ! 😀

Es war, egal wie kitschig es klingt, ein wirklich magischer Abend.  Und ich weiß gar nicht, was ich noch erzählen soll. Am nächsten morgen wurden wir dann alle zusammen zum Bahnhof gebracht. Für Jim ging es weiter nach Berlin – und für mich zurück nach Braunschweig.

Muttern ist noch so „Können wir nicht noch maaaaaaalll?“ Dazu kann ich ja nur sagen: Ach Mutti- jederzeit!  😉

Jim Kroft hat gerade seine dritte „Journeys“ Reise abgeschlossen- ein mal quer durch Mother Russia! Folgt ihm doch mal auf INSTAGRAM, oder TWITTER, oder FACEBOOK, oder besucht seine WEBSITE! Ihr werdet es nicht bereuen. Promised!

-Tabea

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