#mundaufmachen

Ein Thema, das Europa seit Monaten beherrscht. Ein Thema, dass widersprüchlichere Reaktionen wohl kaum aufwerfen könnte. Ein Thema, das Menschen bewegt. Hierzulande und im Ausland. Ein Thema, aufgrund dessen wieder Zäune gebaut werden. Ein Thema, bei dem die Frage gestellt wird: Was ist menschlich? Wie weit darf man gehen? Wann sollte man den Mund aufmachen? Wann haben wir genug? Ein Thema, das mittlerweile auch in der deutschen Musik Gehör gefunden hat.

Wer immer noch am Rätselraten ist worum es sich hier handelt. Flüchtlinge. Refugees. Asylbewerber. Es gibt viele Namen für dieses hochaktuelle Thema. Wir sagen aber lieber: Es sind Menschen, die Zuflucht an einem sicheren Ort suchen, weil ihr Zuhause ihnen diese Sicherheit nicht mehr bieten kann. #mundaufmachen ist ein großes Thema. Seit Joko und Klaas dieses Video-Statement gepostet haben, scheinen noch mehr, in der Öffentlichkeit stehende, Personen eben den Mund aufmachen zu wollen. Und das zu Recht.

So, jetzt fragt ihr euch sicher wieso gerade ein Musikblog über dieses Thema schreibt? Erstens weil uns dieses Thema ebenfalls bewegt und beschäftigt. Man könnte uns alle als Pro-Refugees bezeichnen. Wenn man das unbedingt so nennen muss. Wir finden es schrecklich dass, wie es Klaas nannte, „der Abschaum unserer Gesellschaft“ meint Flüchtlingsheime anzuzünden. Sich darauf zu profilieren im Recht zu sein. Nein, ihr seid nicht im Recht. Im Recht ist das Recht der Menschen, denn jeder Mensch ist gleich. Egal ob er weiß oder schwarz ist. Egal welche Religion er hat. Egal woran ein Mensch glaubt, welche Werte und Normen er vertritt. Scheiß egal ob man Veganer oder Fleischfresser ist. WIR SIND ALLE MENSCHEN. Und zurzeit fragt man sich wo die Menschlichkeit hin ist? Ist Deutschland nicht ein Beispielland? Haben wir nicht genug schlechte Geschichte geschrieben? Sollten wir nicht einmal Vorbild sein? Es steht nicht außer Frage dass unsere Politik die Sache nicht gerade optimal handhabt, aber können dafür die Flüchtlinge etwas? Nein. Ein ganz klares Nein? Seid ihr sauer auf die Situation? Dann beschwert euch doch bitte bei der Politik, anstatt zu meinen es wäre ganz cool irgendwo etwas anzuzünden. Diese Menschen haben genug durchgemacht.

Vielleicht sollte man sich einmal vorstellen, wie es wäre wenn ihr euer Land einmal verlassen müsstet. Wir haben das Privileg in einem sicheren Land wie Deutschland zu leben. Klar, hier ist auch nicht alles super. Deswegen steht es einem ja auch frei zu gehen. Man wird nicht gezwungen hier zu bleiben. Aber dennoch haben wir hier richtig Glück gehabt. Wir haben keinen Krieg, wir werden nicht wegen unserer religiösen Ansicht hier verfolgt. Stellt euch einmal vor es gibt für euch keine andere Möglichkeit als über das Mittelmeer in einem heillosen überfüllten Boot zu flüchten. Tagelang steht man Ängste aus, ob das Boot sinkt, ob man es schafft, ob man verdurstet, verhungert? Man kommt an in einem Land, Griechenland. Ein Land, das selber genügend Probleme hat. Davon wusste man aber nichts. Dennoch ist man einfach nur glücklich es geschafft zu haben. Das Ziel liegt vor den Augen. Deutschland. Ein Land, das wohl in den Augen der Flüchtlinge, ähnlich wie die USA auf uns, wirken muss. Ein Land in denen ihnen alle Möglichkeiten offen stehen. Ein besseres Leben, ein sicheres Leben. Und wie werden sie empfangen? Sozialschmarotzer, wer soll das alles bezahlen? Die haben hier nichts zu suchen! Da stellt sich die Frage erneut: Menschlichkeit? Empathie? In der heutigen Zeit ein seltenes Gut. Etwas das immer weniger wird. Und Gott sei Dank gibt es immer noch mehr Menschen hier die helfen wollen. Und das finden wir mehr als gut.

Aber nun zur Musik. Die Toten Hosen, die Donots, und und und…. Vielleicht erst einmal ein kleiner Exkurs zu Prominenten oder Künstlern wie zum Beispiel ein Herbert Grönemeyer. Dieser sagt zum Beispiel ganz klar: „Wir müssen Haltung zeigen und denen, die Flüchtlinge bedrohen oder angreifen, deutlich machen, dass sie gegen eine Wand laufen. Wenn sie das nicht begreifen wollen, dann müssen sie damit rechnen, dass wir Ihnen an die Wäsche gehen.“ (t-online.de 24.09.2015) Hein Rudolf Kunze ruft zum Beispiel zu Spenden an die Aktion „Musik hilft“ auf. Hier werden vor allem Instrumente gesammelt, die nicht mehr gebraucht werden. Kunze ist schließlich der Meinung, dass Menschen in Not mehr als nur Kleidung und Essen benötigen. Dem kann ich nur zustimmen. Natürlich setzten sich nicht nur Musiker ein, auch die Kabarettisten Dieter Hallervorden und Eckart von Hirschausen, Moderator Jörg Thadeusz. Diese drei Herren unterstützen eine Willkommensaktion in Berlin. Auch Hollywoodgrößen wie Wim Wenders setzen sich hier in Deutschland für Flüchtlinge ein! Seine Produktionsfirma verteilte in Berlin Essen an Migranten.

Musik für Flüchtlinge. Aktionen wie „Pro Asyl“ und „Kein Bock auf Nazis“ finden immer mehr Unterstützer. Da startet ein niedersächsischer Musiklehrer eben noch einmal eine „Aktion Arschloch“ und Tocotronic, die Beatsteaks und Jan Delay machen ebenfalls gerne mit. So zeigt sich zum Beispiel die Band Deichkind in Refugees Welcome Klamotten bei einem Auftritt. Hierbei anzumerken: am 04.10. fand das große Solidaritätskonzert in Berlin für Flüchtlinge statt. Da traten dann zum Beispiel Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg und Peter Maffay auf.

Zeilen wie „Kein Mensch ist illegal“ oder „Der Weg ins Paradies ist zum Greifen nah, wenn du ihn überlebst“ der Band ZSK finden nun vor allem Gehör in der aktuellen Flüchtlingsthematik. So erscheint Ende Oktober der Sampler „Kein Mensch ist illegal“ mit deutschen Bands und Newcomern. Die Einnahmen werden zu 100% an Pro Asyl und Kein Mensch ist illegal gespendet.

Kein Bock auf Nazis hat zum Beispiel einen Sampler herausgebracht auf dem unter Anderem die Donots, die Ärzte, Beatsteaks, Materia, die Toten Hosen, Broilers, Kraftklub, ZSK, Fettes Brot, Deichkind, Irie Révoltés, Jupiter Jones, Jan Delay, WIZO, Terrorgruppe, The Forum Walters, Slime, Anti-Flag, Radio Havanna und the Godgets vertreten sind. Die CD ist leider komplett vergriffen. Was nur zeigt wie groß der Ansturm und vor allem wie wichtig es vielen Menschen in Deutschland eigentlich ist. Sprich, diese Aktionen finden großen Anklang. Nicht nur in Deutschland.

Aktion Arschloch war das Vorhaben den Song „Schrei nach Liebe“ wieder auf Platz eins der Charts zu bringen. Ein Vorhaben das mehr als gut gelungen ist. Der Ärzte Song schafft es also nach über 20 Jahren noch einmal in die Charts – und dann auch noch auf Platz eins! Hierbei wichtig: Nicht nur die Ärzte, sondern auch Vertriebsketten wie Amazon, Google, Finetunes, Universal Publishing und (man glaubt es kaum) Apple kündigten an die Einnahmen dieser Aktion an Pro Asyl zu spenden. Besonders toll hierzu war, dass in rund zwei Dutzend Städten in Deutschland sich viele tausende von Menschen zusammengefunden haben um den Song „Schrei nach Liebe“ zu singen und damit noch einmal ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Ein deutschlandweiter Flashmob!

Kein Mensch ist illegal – also sollte auch niemand so behandelt werden!

#mundaufmachen gegen Fremdenhass und Rassismus!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s