Discover Interview: Finna, 19.08.2015 im Molotow, Hamburg

Freunde der Sonne,
heute möchte ich euch jemanden vorstellen, und damit auch ans Herz legen, der mich ganz schön
umgehauen hat: Finna!

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Die Gute macht seit Januar diesen Jahres Musik, Hip- Hop und Soul, und hat in der kurzen Zeit
schon einiges erreicht!

Unter anderem hat sie den „Krach und Getöse Preis“ von RockCity e.V. gewonnen. UND am 18.09.2015 bringt sie eine Splitsinglevinyl (Musik ist Politik) unter Audiolith raus!
Wer in so kurzer Zeit so viel schafft, der muss ganz schön was drauf haben! Das haben wir natürlich ausgecheckt.


Am 19.08. waren Lea und ich bei der „inoffiziellen Pre-Release Show“ von Frittenbude, zu ihrem
neuen Album „Küken des Orion“. Dort war Finna Support und wir durften sie zu einem Interview
treffen. Wir fanden, das ist doch der beste Weg, jemanden kennenzulernen: einfach mal nachfragen!
Eine super sympathische Frau, die viel zu sagen hat und , vor allem in ihren Songs und Gedichten,
kein Blatt vor den Mund nimmt.
Jetzt möchte ich gar nicht so viel drum herum reden, sondern einfach sagen: Viel Spaß beim lesen!
Am Ende des Interviews gibt’s dann noch Dates, wo ihr Finna live sehen könnt! 🙂
IKLM: So. Hallo erstmal!Wie heißt du und wie alt bist du?
Finna: Hi! Ich bin Finna und 24 Jahre alt.
IKLM:Und wo kommst du her?
Finna: Ich komm hier aus Hamburg.
IKLM:Also ne echte Hamburger Deern, ja?

Finna: Ja, bin in Hamburg auch geboren, nie weg gekommen- nein stimmt nicht. Hab mal in
Süddeutschland gewohnt , bin dann aber wieder zurück gezogen. Aber da war ich 7, also von daher zählt das nicht so richtig (lacht)
IKLM: Cool. Was machst du so außer Musik?

Finna: Ähm… darüber möcht ich gar nicht reden, ist echt ’n scheiß Job, also hab ich den gekündigt und such mir dann was anderes nettes. (lacht) Hoffentlich was mit veganem Essen, Mukke,Kids oder Secondhand Sachen.
IKLM: Also, wir haben gelesen, du hast im Januar angefangen Musik zu machen. Hast du es generell schon länger gemacht und dann jetzt so öffentlich?

Finna: Nee, also ich hab vorher in ’ner Band gesungen, hab mich aber nie getraut was ganz alleine zu machen. Weil ich ein bisschen schüchtern bin mit meinen eigenen Sachen, ist eh immer ‘n bisschen schwierig. Aber im Januar kam dann sozusagen die erste Anfrage von Rockcity mal alleine was zu machen, und dann war ich so „ohh…ja okay.“ (lacht) „Cool! Voll gut!“
IKLM:Und dann war’s doch gut?

Finna: Ja, das war echt mega, die Leute waren so lieb und cool und da hab ich gedacht, vielleicht ist das doch das Richtige so. Das hat sich auch richtig angefühlt.
IKLM:Wie lange hast du dann schon Musik gemacht? Also mit der Band, war das auch schon Hip Hop?

Finna:Nee, leider nicht. Aber Hip Hop hat mich auch sehr lange einfach nicht interessiert….(lacht)
Also ich mach es jetzt nicht seit gestern, und nicht erst seit Januar, sondern schon länger, aber eben noch nie so.
IKLM:Du hast den „Krach und Getöse“ Preis von RockCity e.V. gewonnen.
Finna:Ja, genau. Das ist so’n Musiker*innen Netzwerk. Das war total krass.
IKLM:Erzähl mal, wie läuft’n das da ab?

Finna:Da bewerben sich halt voll viele Leute – voll viele ziemlich coole Leute vor allem, und ich war da so „Ach, egal, ich mach einfach mal da mit!“ Damit ich auch mal so’n Startpaket für mich selber habe und ich mal fit kriege, dass ich ’n Video mache und ’ne Facebook Seite (lacht) so’n Kram halt.Mich überhaupt so’n bisschen definiere und was ich überhaupt genau machen möchte. Und damit hab ich mich dann beworben.Und DANN als ich das gewonnen hab, hab ich gedacht „Oh Gott, was soll ich denn jetzt machen?!Crazy!!“ War auf jeden Fall erstmal ein bisschen überfordert. Aber cool, also richtig krass!!
IKLM:Was ist danach so passiert?
Finna:Alles ungefähr! (lacht)
IKLM:Auch mit Audiolith Records dann danach?

Finna: Jaa, also ich hab schonmal für Tubbe Support gespielt,auch hier im Molotow da bin ich dann das erste Mal mit Audiolith in Kontakt gekommen. Ich wurde voll spontan angerufen, jemand sei krank geworden, und dann… klassisch glaub ich. Jemand ist krank geworden und dann hast du einfach voll Glück und musst es halt bringen.
IKLM: Hast du schon irgendwelche Releases?

Finna: Nein.. also doch, (lacht) am 18.09. kommt die Splitsinglevinyl mit Image Ctrl bei Audiolith Records raus. Außerdem ich bin auf dem „Make some noise“ Sampler vom Berliner Label Springstoff , der sich gegen Sexismus und Homophobie in der Musik ausspricht!
Und ich werde auf dem Album der wundervollen Bernadette la Hengst zu hören sein, welches im Oktober erscheint.
IKLM: Kennst du die Band Image Ctrl?

Finna: Also ich kenne nur einen davon persönlich, aus Berlin und auch noch nicht so richtig, aber
schon mega cool.
(lacht) Ich höre sie immer auf der Arbeit, sie sind einfach hyperkrass gut!
IKLM: Woher nimmst du die Inspiration für deine Songs?

Finna: Hm… voll unterschiedlich. Ich glaube, das ist einfach so, wie das Leben halt auch ist, irgendwie… es kann manchmal ein richtiger scheiß Moment sein,der mich inspiriert, es kann aber auch was voll geiles sein, wo ich mir so denk „Alter! Das ist so cool, das muss ich jetzt erstmal aufschreiben!“ Aber meistens, am allermeisten ist es tatsächlich wenn ich irgendwo auf’m Weg bin.
Wenn ich zum Beispiel auf der Straße unterwegs bin, Fahrrad fahre oder keine Ahnung was, dann fällt mir irgendwas irgendwie ein und dann muss ich erstmal nach Hause.
Und da sag ich, dann nichts außer „oh, nicht ansprechen, nicht
ansprechen! Ich brauch jetzt ’n Stift!“ (lacht)
Das kennen auch schon alle zu Hause, so „alles klar!“ und ich schreib das dann erstmal auf, damit ich mich nicht ärger, dass es gleich wieder weg ist.
IKLM: Also das ist so der Prozess, erst der Text?
Finna: Meistens kommt das schon zusammen, Text und Melodie miteinander.
IKLM: Und wie läuft das Songwriting generell bei dir ab?

Finna: Das läuft ja noch anders ab, das eine ist ja die Inspiration, und das andere, da hast du einfach eine kleine Energiewelle, zum Beispiel nach Demos oder so, und dann versuchst du das Ganze in eine Form zu packen,dem Songwriting, damit Leute das auch verstehen was du dir dabei gedacht hast. Und das ist ja eigentlich immer so der Hauptknackpunkt, so dass du irgendwie versuchen
willst rüberzubringen, was da jetzt genau in dir abgeht sozusagen.
Dieses Feuerwerk, egal was für eine Emotion es ist.
Dann versuche ich es in eine Struktur zu machen, und dann bastel ich eben vorher einen Beat, oder nachher, je nachdem wie das halt so ist.oder jemand anderes bastelt und ich hör mit.Manchmal bau ich auch erst ’nen Beat und guck dann, was passt dazu, was passt zu dieser Stimmung und dann ist der Song irgendwann fertig.
IKLM: Gibt’s Leute, die dir da reinquatschen? Oder dich beraten?

Finna: Ja, mich beraten eigentlich alle. (lacht) Also, ich lass mir da nicht reinquatschen, weil am Anfang,einfach alle was dazu sagen (lacht).
Und wenn du nicht die Durchsetzungs-Powernuss bist, ist das halt schwierig.
Naja, aber jetzt helfen mir super viele Leute, z.B. die von Audiolith und Springstoff, Sookee und ein paar von Ticktickboom!
Also die ganzen tollen Leute, die sind auch alle total supportive, was total cool ist.
Beim Beat zu „Musik ist Politik“ hat mir zum Beispiel der coole LeijiONE geholfen, ohne ihn wär‘ das Ding niemals so geil geworden!
IKLM: Okay. Also die Splitsingle heißt ja „Musik ist Politik.“ Warum? Wie kommst du zu dieser Message?

Finna: Eigentlich habe ich den Song geschrieben, da wollte ich mich bei ’nem ganz anderen Contest bewerben. „RAPutation“ heißt der, falls ihr das kennt.
Das ist ein linkspolitischer Rapcontest und ich dachte „Ah, irgendwie will ich was haben, was mich vorstellt.“ Aber leider war das alles so stressig mit Kind und Job, da ist das nichts geworden. Dann hab ich den danach fertig
gemacht, weil es einfach gut war, das dann auch fertig zu haben. Wollte möglichst viel Information in einen Song reinpacken, der mich sozusagen widerspiegelt. Damit die Leute erstmal kapieren wer ich bin.
Weil’s mich einfach so oft genervt hat..es gibt einfach so viele Songs die so hohl sind!
IKLM: Ja, das wollten wir auch noch fragen, sind alle Songs politisch? Also, so ein Hangover von Taio Cruz oder so?

Finna: Ja..also Taio Cruz kenn ich nicht, aber ich würde tatsächlich sogar sagen dass jede Musik irgendwie politisch ist. Aber dass Musik einfach, irgendwie.. alles in Bewegung bringt, und alles was dich motiviert etwas zu tun ist ja irgendwie politisch.
Und allein schon durch einen Beat, ist allein dadurch dass du zu etwas deinen Kopf nickst, oder zu etwas nicht nickst, hast du schon eine Haltung dazu.
Also, auch wenn es scheiß Musik ist, und ich da nicht mitnicke, ist diese Musik
trotzdem politisch ist und ich verweigere mich dem Ganzen verweigere oder stehe dem wohlgesonnen gegenüber. (lacht)

Ein gutes Beispiel; letztens hatte ich einen Auftritt, und da gab’s ein paar Rapper die so krass sexistische Sachen abgefeiert haben. Und ich war so dermaßen schlecht gelaunt! Ich bin direkt Backstage gegangen und hab die Leute damit konfrontiert, was die grad für ’ne Scheiße abgelassen
haben. Weil, keine Ahnung, große Kampagne, große Getränkemarke, alles war so im Spiel, alle denken sich so „Yeah!“ Und das Publikum war halt auch echt krass. Ist dann auch echt ’ne schwierige Atmo, und wenn dann so ein Rapper so krass frauenfeindliche Sachen einfach loslässt, wo du dir denkst :
„Sag mal, ganz ehrlich, ist das nicht ’n Vergewaltigungssong den du da grad
gespielt hast?“ Wenn du sagst du grapscht Frauen an, und die wollen das nicht, und du sagst es auch noch, dass sie’s nicht wollen.
Das heißt ja im Grunde,dass du eigentlich ja schon gecheckt hast dass
sie’s nicht wollen!Also lass bitte deine Paddeln wo die hingehören! Und rappe vor allem nicht drüber, du motivierst dadurch ja auch andere dazu sich wie Arschlöcher zu verhalten!
Auf jeden Fall ist jede Musik politisch und das ist in jedem Fall krass sexisitsch gewesen. Aberleider gibt’s auch das.
IKLM: Ja, hören auch leider viel zu viele…
Finna: Ja, leider.
IKLM: Wie würdest du deine Musik selbst beschreiben?

Finna:Oha…ich weiß es nicht. Ich würde sagen, ich befinde mich noch in der Findungsphase. Ich weiß nicht, ob es mehr Gesang wird oder mehr Rap. Ich versuch ’ne gute Mischung aus beidem hinzukriegen. Schau’n wir mal! (lacht)
Also es soll auf jeden Fall schon Hip Hop sein, so im Großen und Ganzen, Hip Hop, der NICHT sexistisch ist. Der sich auf jeden Fall dagegen ausspricht und eine Gegenposition bezieht.
IKLM: Sehr gut! Und heißt du Finna? Ist das dein Vorname, oder wo kommt der Name her?
Finna: Ne, also ich heiße eigentlich Jana. Und Finn hätte ich heißen sollen, wenn ich ein Junge geworden wäre. Und meine Mutter wollte vorher auch nicht wissen, was es wird, so „I don’t care.“ und so hab ich das auch gemacht.
Und dann hab ich mir gedacht“ Oh, Mädchen sein ist manchmal echt ätzend!“ (lacht) Ich fänd’s eigentlich cooler Finn zu heißen und ein Junge zu sein.Und jetzt
habe ich eine Seite der Haare rasiert und eine lang, also ich seh mich eigentlich so dazwischen jetzt gerade.
IKLM: Deswegen auch das A dann am Ende?
Finna: Genau, Finna, die Kombination aus Finn und Jana sozusagen.
IKLM: Cool! Ich hab ja erzählt, dass wir ein Discover machen wollen, deswegen haben wir so „ Entweder-oder“ Fragen, einfach zum Kennenlernen.
Finna: Okay!
IKLM: Alles klar. Also: Frühaufsteher oder Nachteule?
Finna: Nachteule! (lacht)
IKLM: Kaffee oder Tee?
Finna: Kaffee.
IKLM: Auto oder Fahrrad?
Finna: Fahrrad!
IKLM: Hund oder Katze?
Finna: Katze.
IKLM:Okay, und wo du Vegan sagst passt es nicht so, aber: Mozzarella Sticks oder Cheeseburger?
Finna: Also es gibt ja vegane Cheeseburger, der ist nicht schlecht. Auf veganen Burger steh ich schon derbe! (lacht)
IKLM: Mr. Schnabel oder Blumio?
Finna: Blumio auf keinen Fall! (lacht) Mr. Schnabel hab ich noch nicht ausgecheckt, Blumio auf keinen Fall! (lacht)
IKLM: Stadt oder Land? Also zum Wohnen?
Finna: Stadt. Also ich bin gern aufm Land aber.. ah, ich weiß nicht!
Manchmal fahr ich einfach raus und geh ’n bisschen Wildcampen, weil mich der Stadtlärm einfach nervt! Aber auf’m Land, ich würd‘ mich so langweilen!

IKLM: Meer oder Berge?
Finna: …Man ihr habt aber auch schwierige Fragen! (lacht) aber wahrscheinlich eher Berge. Wobei Meer auch cool ist.
IKLM: Am besten Norwegen, Berge am Meer!
Finna: Ja, genau! Oder Klippen wie in Irland oder Schottland.
IKLM: Okay, und das letzte: Theater oder Kino?
Finna: Ich glaube… Theater finde ich noch cooler, weil es aktiver am Menschen dran ist. Alles andere ist sehr passiv, es ist ’ne festgehaltene Situation Was manchmal auch total geil kommt, aber schon eher Theater. Da kann ich auch einfach sehen „haben die heute Bock auf ihren Job oder nicht“ (lacht)
IKLM: Das war’s dann auch schon. Dankeschön!

Hihihi und schaut mal, wir waren im Fotoautmaten!!! :3

finna

Und hier wie versprochen, noch ein paar Live-Dates! 🙂

28.08.2015 Frittenbude + Finna „Feuerwehr in Rojava“ //:about blank (Berlin)
29.08.2015 08/15 eine Stadt sucht Anschluss Genscher Galerie (Hamburg)
26.09.2015 Mädchenspektakel (Hamburg)

Checkt das aus, es lohnt sich!

Haut rein!

~Tabea

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