Das Deichbrandfestival 2015 aus der Sicht eines Volunteers

Cuxhaven, 14.07.-20.07.15, Wind und Wetter, #crewloveistruelove

Am 14.07. ging es für Tabea und mich bereits los, da sie am 15.07. schon arbeiten musste. Ich hätte erst am 15. anreisen müssen, tat es aufgrund Mitfahrgelegenheiten und aus Solidarität aber bereits einen Tag früher. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und spontaner Anreise-Umplanung kamen wir gegen späten Nachmittag an, holten uns an der Gästeliste unsere Bändchen und fuhren weiter zum Partnercamp. Häuslich eingerichtet schauten wir uns um, meldeten uns bei unserer Crew-Mutti und genossen den Abend – die Ruhe vor dem Sturm.

Nach der ersten Nacht, in der es geregnet hatte, ging es zum Frühstück. Brötchen, Brezeln, Müsli – eine Bombenauswahl! Letzte Aufbauarbeiten liefen: Das N-Joy Camp und der Green Circus wurden aufgebaut. Den Schrebergärten wurde der letzte Schliff verpasst, dies und das. Nach und nach reisten die Crewmitglieder an, das Partner Camp füllte sich, das Geheimnis der Farbe des Crew-Merch wurde aufgelöst und das Crewfoto AUF der Firestage stand an. Knapp 700 Volunteers sollten das Festival zum Laufen bringen. Unter den Anreisenden war auch Lea, die der Hopping Crew angehörte. Tabea wurde in die Troubleshooter aufgenommen und ich war eine von 7 Teamleitern am Checkpoint Mitte.

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Seht ihr mich? Ich bin die da in grau! :p

Und diese ganzen Volunteers waren in viele verschiedene Crews eingeteilt: Checkpoint-Crew (die, die sich um den Einlass kümmern und euch eure Bändchen ummachen), Recycling (halten das Gelände sauber und nehmen die Müllsäcke an), Hopping Crew (werden an Stellen eingesetzt, an denen Mangel ist), Troubleshooter (sowas wie die Hopping Crew, nur wichtiger! :D), Verkehrscrew (hat regelt den Verkehr), die Camping Crew die sich um die Campingplätze kümmert und für uns sehr wichtige Menschen: Die Catering Crew, die uns mit Essen und Getränken versorgt. (Wenn ich ‚ne Crew vergessen habe: sorry <3)

Der Donnerstag war der wohl stressigste Tag für uns alle, denn an diesem Tag ließen wir knapp 38.000 Festivalbesucher auf die Campingplätze. An diesem Abend waren wir alle sehr geschafft. Denn ich muss sagen, ich persönlich war Teamleiter der Checkpoint Crew Mitte und das bedeutet: 16 Stunden Stress pur, Nerven bewahren, die Crew einweisen in ihre Aufgaben, den Überblick behalten, neue Bändchen holen und Motivation und gute Laune verbreiten.

Checkpoint bedeutet: „Einmal den Ausweis bitte!“ „Hast du deinen Muttizettel dabei?“ „Wir müssen dein Ticket einmal scannen!“ „Du hast dein Ticket vergessen? Dann einmal hier entlang!“ „Dein Bändchen bekommst du da hinten“ „Die beiden Enden vom Bändchen NICHT abschneiden, sonst bist du auf dem Gelände unter 16!“ „Das Ticket bitte behalten für den Müllpfand“ „Deinen Müllpfand bekommst du nur, wenn einen vollen Müllsack dahinten abgegeben hast und du einen Stempel auf deinem Ticket hast“ „Dein Bändchen ist zu eng? Komm mit, wir klären das!“ .. und vieles mehr!

Die folgenden Tage waren auch anstrengend, aber meine Schichten reduzierten sich von 16 auf 11 Stunden, das war echt angenehmer! Wenn die Zeit es zuließ und auch der Andrang, dann konnte ich auch weg Bands sehen. Aber dieses Jahr waren es leider nur zwei Bands: Kraftklub und Jennifer Rostock! Aber diese Bands hatten es in sich!

Jennifer Rostock spielten Songs wie „Kopf oder Zahl“, „Kaleidoskop“, „Es war nicht alles schlecht“, „Ein Schmerz und eine Kehle“ oder „Feuer“. Bei „Der Kapitän“ holte sich Jennifer zwei Mädels auf die Bühne, die für sie performen und singen sollten. Eine der beiden Mädels konnte kaum den Text und war auch nicht soo krass beim Performen, die andere ging ab wie ein Zäpfchen und man hätte glauben können, dass dieses Mädel IMMER auf der Bühne steht und performt. Sie bekam als Siegerin ein Merchandise-Teil ihrer Wahl.

Kraftklub randalierten wie immer, wollten nicht nach Berlin, feierten mit ihren Mainstream-Fans und schissen in die Disko (Gott sei Dank nicht auf die Bühne). Für eine kurze Zeit verschwanden sie hinter die Bühne und kamen auf einer fahrbaren Bühne durch die Menge gefahren. Nach dort performten Song gab’s Wett-Crowd-Surfen und die Band landete nach und nach wieder auf der Bühne.  Ein Kraftklub-Gig wie man ihn kennt!

Abgesehen von der ganzen Arbeit und den beiden Auftritten war das Deichbrand sehr durchwachsen! Sowohl stimmungstechnisch als auch wettermäßig. Entweder knallte die Sonne wie irre oder es war düster und ungemütlich. Am Sonntagabend gab es sogar eine Unwetterwarnung! Hinter der Waterstage war ein Gewitter sichtbar, sah schon cool aus! Jedoch schwammen wir dabei weg, denn es schüttete aus Eimern. An Wetter hatten wir bis auf Hagel und Schnee echt alles dabei.

Die Stimmung war zwischendurch auch auf dem Tiefpunkt, denn organisatorisch lief nicht alles so, wie es sollte. Die Securities haben sich dieses Jahr auch nicht gerade beliebt gemacht. Und das ist nicht nur meine alleinige Meinung, neben vielen Crew-Mitgliedern habe ich das auch von Besuchern des Festivals gehört! Also liebe Security: Das geht alles organisierter und netter. Bitte. Danke.

Alles in allem war es ein sehr anstrengendes Festival mit vielen lieben Leuten und der besten Crew der Welt! Nicht alles läuft perfekt, aber was ist schon perfekt? Shit happens, life goes on!

Ich freue mich schon auf das kommende Jahr und hoffe wieder auf eine super Crew, ein tolles Line‑Up und besseres Wetter. All meine Erfahrungen kann ich nicht unterbringen in diesem Post, dazu passieren zu viele Dinge und man trifft zu viele verschiedene Menschen, dies war nur ein kleiner Einblick. 🙂

Wenn ihr auch Bock habt die Deichbrand-Crew zu unterstützen, dann meldet euch unter http://www.fkp-volunteer.com/ an und bewerbt euch nächstes Jahr im Frühling für das Festival!

Was bekommt man als Volunteer für die Arbeit? Ein Festival umsonst, ein Partner-Camp mit sanitären Anlagen, ein günstiges Catering, Einblicke hinter die Kulissen des Festivals und eine super Crew und vielleicht sogar neue Freunde?

Unser Motto beim Deichbrand: #crewloveistruelove

Rock on, Michelle~

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