Albumreview: Wilder Mind – Mumford & Sons

English Version at the end of the entry!

Erst letzten Monat erschien das dritte Album der britischen Band Mumford & Sons. Groß gefeiert wurden sie mit ihren beiden ersten Alben Sigh No more und Babel, dort bewegte sich die Band in ihrem eigenen Genre. Machte Folk wieder massentauglich. Tja, jetzt wollten sie alle gerne wohl mal etwas anderes ausprobieren…
Wilder Mind. Der Name ist hier Programm. Nein, nicht wirklich. Vielleicht eher in den Köpfen von Marcus Mumford, Winston Marshall, Ben Lovett und Ted Dwane. Ihr drittes Album wurde dieses mal von James Ford und Aaron Dessner produziert. Die Band hat ihren Folk Sound hinter sich gelassen. Akustikinstrumente wie das Banjo gegen elektronische ausgetauscht. Kurz gesagt, einen Genrewechsel hingelegt.


Es heißt weg vom Folk hin zum massentauglichen Pop-Rock. Klar, das man bei seinem dritten Album mal gerne herumexperimentieren möchte. Muss aber gleich seinen ganzen Charme aufgeben? Das was Mumford & Sons ausgemacht hat, davon ist nicht viel geblieben. Mal abgesehen von Marcus Mumfords charismatischer Stimme. Die ist immer noch da und das ist gut so. Denn ohne die würden viele Songs wie der Rest des Einheitsbrei im Radio klingen. Immerhin etwas womit sie hier Punkten können.
Zugegeben, nach dem ich die ersten drei Songs durchgehört habe, habe ich in den Rest nur noch reingehört. Irgendwie wurde es mir zu langweilig und zu anstrengend. Das klingt jetzt gemein, so ist das durchaus nicht gemeint. Wilder Mind ist eine astreine Produktion, die von jeder anderen Band hätte stammen können, die sich in dem Genre Pop-Rock befindet. Von Mumford & Sons haben wir alle großes erwartet. Besonders nach dem die ersten beiden Alben so klasse waren. Wir mochten den besonderen Folk-Sound, das Banjo. Das war eben anders und heute freut sich jeder Hörer wenn er mal etwas besonderes im Radio hören kann.
Aber das Besondere sucht man vergeblich auf Wilder Mind. Es gibt viel zu viele langsame Songs hintereinander weg. Schlimmer geht es kaum. Da kommt leider kein Knaller. Darauf wartet man vergeblich. Das ganze ist irgendwie fad und das tut mir wirklich schrecklich Leid, weil ich die Band echt toll finde – aber bitte mit Folk. In manchen Songs erahnt man was die Band früher gemacht hat und dann wünscht man sich direkt „Bitte macht das doch wieder!“ Tun sie aber leider nicht.
Mit Wilder Mind zeigen sich Mumford & Sons von einer neuen Seite, die nicht unbedingt besser ist. Das Album lässt sich dennoch hören ohne großartig zu stören. Im Hintergrund zum Beispiel beim Plausch mit Freunden. Nein, das Album ist gut produziert und die Songs sind auch in Ordnung. Es ist eben nichts besonderes mehr. Da steckt nicht mehr viel von Mumford & Sons drinne wie wir sie kennen.
Dass das trotzdem funktioniert zeigt uns dass das Album direkt auf eins in Ländern wie Australien, Kanada, Holland, Irland, Norwegen, England und Amerika eingestiegen ist. Mainstream geht halt immer.

Anspielttipps:
The Wolf, Ditmas, Believe, Wilder Mind

Tourdaten:
17.07.2015 Berlin (sold out)
18.07.2015 Berlin
ENGLISH VERSION:
Last month, the british band Mumford & Sons released their third album Wilder Mind. They had huge success with their previous albums Sigh No More and Babel where they played in their own genre. Well, now they wanted to try out something new…
Wilder Mind. The title is programme. Okay, not really. Probably only in the heads of Marcus Mumford, Winston Marshall, Ben Lovett, and Ted Dwane. Their third album was produced by James Ford and Aaron Dessner. They left Folk behind them. Acousticinstruments like the banjo were exchanged with electronic ones. Well, they switched the genre.

Away from Folk to mainstream Pop-Rock. Of course you want to try out something new and different when you’re recording your third album. But do you need to give up your charm? What once represented the band is now nearly gone. Except for Marcus Mumfords charismatic voice. It’s still there and that’s good. Without his voice many of the songs would sound like everything else on the radio. At least one plus for them here.
Granted. I only listened fully to the first three songs and then I only listened for like 1 minute per song. It was just boring at some point and exhausting to listen to them fully. I know it sounds mean, I don’t mean it like that. Wilder Mind is a great production, which could have been by any other band in Pop-Rock. We expected something bigger from Mumford & Sons. Especially after the first two albums. We loved the Folk and the Banjo! It was different and that’s what most people want to hear when they turn on the radio.

But something special is that you won’t find on Wilder Mind. There are too many slow songs following each other. Could it be worse? There is no sockdolager. Fruitless waiting. The whole thing is somehow vapid and I’m really sorry for that, because I love this band – but please with Folk. In some songs you can guess what they made before this album and you directly wish „Please do that again!“ But they don’t.
With Wilder Mind Mumford & Sons show a new side which is not implicitly better. You can hear the album without getting disturbed by something. Maybe in the background while chatting with some friends. Nope, the album is a great production and the songs are also good. There is just nothing special about them. There is not much left of Mumford & Sons as we knew them.
However, it is working out for them. Wilder Mind directly jumped on number one in countries like Australia, Canada, Netherlands, Ireland, Norway, UK and America. Mainstream always works.

– Janna

Website

Picturesource: Mumford & Sons

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