Alex Mofa Gang im Interview

Im April 2015 waren Montreal mal wieder auf kleiner Clubtour. An einem sonnigen Donnerstag machten sie dabei auch Halt in Braunschweig.
Begleitet wurden sie dabei von der „Alex Mofa Gang“. Die Alex Mofa Gang ist eine fünfköpfige Band aus Berlin (und ja, auch Hannover), deren Musik sehr rocklastig klingt, dabei aber auch Indie und Pop Elemente vereint. Die fünf kamen Ende 2012 endgültig zusammen. Vorher hatte Sänger Sascha nur einige Demos in der Hinterhand und eine Geschichte, die er gerne erzählen würde. Denn die 5- Songstarke EP ist der Soundtrack der Geschichte „Die Reise zum Mittelmaß der Erde“, die das Leben des Alex Mofa, nach dem die Band sich auch benannt hat, begleitet. Diese EP (sowie das Hörbuch zur Geschichte) bietet die Band auch zum kostenlosen Download auf ihrer Homepage an. Die findet ihr hier: http://www.alexmofagang.de/
Und hier geht es zu ihrer Facebook Seite.
In ihrer relativ kurzen Bandhistorie haben sie bis jetzt viele Auftritte absolviert und auch eine feine Kassette (die Laut&Leise Kassette-sprich eine Seite mit Verstärker und die andere akustisch, sehr schön) veröffentlicht, die, mit zugehöriger Tour natürlich, gefeiert wurde.
Wir haben drei (Sänger Sascha, Gitarrist Tommy und Schlagzeuger Breuni) der Alex Mofa Gang vor ihrem Auftritt im B58 zu einem kleinen Interview getroffen. Das Interview wurde von mir (Lea) geführt und die wunderbare Tabea stand mir tatkräftig zur Seite. Viel Spaß!

I kinda like music: Ihr habt bis jetzt eine EP aufgenommen und die Laut/Leise Kassette. Ein Song heißt Paris, Berlin, Schwerin. Warum ausgerechnet diese drei Städte? Kommt einer von euch aus Schwerin?

Sascha: Nein, Schwerin war so ein bisschen der Gegenpol. So’n bisschen wie Pattensen, Peine, Paris. So ein Gegenpol zu einer auf jeden Fall beständigen Metropole, einer die es von sich in Anspruch nimmt eine zu sein, und eine die es vielleicht mal wird.
Tommy: Da haben wir mal Sight–Seeing gemacht! Das war während der Song entstanden ist, ne?
Sascha: Ja also, Silvester 2012 sind Tommy und ich, ganz spontan, in‘ Urlaub gefahren, Neujahr. Wir wollten eigentlich nach Usedom, sind aber auf Fehmarn gelandet.
Tommy: Das falsche Meer erwischt.
I kinda like music: Auch schön!
Tommy: Ja! Aber kann ja passieren wenn mal mal falsch abbiegt…
Sascha: Auf der Rückfahrt sind wir über Land gefahren und haben uns Schwerin angeguckt. Das Schloss…undso.
Tommy: Romantisch.


I kinda like music:
Cool. Bald kommt ja irgendwann euer neues Album raus. Könnt ihr uns dazu was erzählen? Gibt es schon ein paar Songs die aufs Album kommen? Also ihr spielt ja auch welche live, sind die denn schon aufgenommen?

Sascha: Genau, also, es steht alles, wir haben auch schon aufgenommen, legen uns aber nicht fest, dass schon alles so fertig ist. Wie reden jetzt auch so relativ konkret mit ein paar Leuten, deswegen ist so der Zeitplan, der angepeilt ist, realistisch. Wir mussten aber auch feststellen, da wir ja aber im Vergleich zum Musikmachen, da relativ jungfräulich sind was die ganze Buchsache angeht, dass da die Vorläufe sehr viel länger sind, deswegen sind wir auch da ein bisschen abhängig.
Tommy: Kommt, wenn’s fertig ist.

I kinda like music: Sucht ihr dann ein Plattenlabel? Oder gibt’s Freunde die ein Label führen und ihre Hilfe angeboten haben?
Sascha: Wir haben gar nicht so richtig gesucht. Es gibt ein paar Freunde die gesagt haben „Wenn ihr Hilfe braucht, helfen wir euch“ und dann haben wir gesagt okay, dann spinnen wir jetzt mal nen Plan. Egal was passiert, wir machen’s selber. Und mit diesem… Bewusstsein sozusagen, sind dann halt auch hier und da mal Leute auf uns zugekommen. Es gibt so ein Paar die wir sehr sympathisch und nett finden, die…wo wir das Gefühl haben, die vertreten die gleiche Idee. Aber wir haben uns da auch nicht festgelegt. Also da gibt’s auch noch nichts konkretes, nichts worüber man reden sollte…wegen Karma und so.

I kinda like music: Wir sind gespannt.
Was sind denn so eure musikalischen Vorbilder momentan? Gibts irgendwelche Bands die ihr feiert?

Breuni: Ganz viele. Nicht immer nur aktuelle… Aktuell haben wir gerade das neue Deichkind Album abgefeiert.
Tommy: Oh ja, das ist stark!
Sascha: Es gibt nen großen Querschnitt in der Band, der auch einen großen gemeinsamen Nenner hat. Also wir feiern alle… Dendemann, wir feiern alle Biffy Clyro sehr, wir feiern alle auch ein paar härtere Sachen sehr… Wir feiern alle Bosse. Wir feiern alle die Foo Fighters.
Tommy: Veto.
Sascha: Veto? Schon immer nicht oder jetzt erst?
Tommy: Mega langweilig.
Sascha: Gut, das ist dann die Lichtfraktion. Joa, dann hat so jeder seine Sachen, die er mit in den Bus schleppt…
Breuni: …und wieder ausmachen muss. (alle lachen)

I kinda like music: Ihr macht das ja alle nur nebenberuflich, eher so als Hobby. Wie kommt es zu den Proben. Probt ihr regelmäßig, oder nur vor Touren?

Breuni: Wir proben regelmäßig vor Touren. (lacht) Ich hab das meinem Papa mal so gesagt um es zu erklären, wie Bulimie-Proben. Also vor den Konzerten ganz viel, danach alles wieder raus und ganz lange nicht..
I kinda like music: Wie lernen für die Schule!
Sascha: Genau, wie für die Schule Bulimielernen. Inzwischen passierts immer regelmäßiger. Meistens so viele Tage auf einmal, dann längere Tage nicht. Aber wir haben nicht so Donnerstags Abends 18 Uhr Probe.
Breuni: Hätten wir aber gerne. Zusätzlich. (lacht)


mofa viktor schanz
Foto: Viktor Schanz

I kinda like music: Was macht ihr eigentlich, wenn ihr auf Tour seid und nicht gerade langweilige Interviews gebt? Manche Bands gucken ja irgendwelche Serien zusammen zum Beispiel.

Tommy: So viel Zeit ist ja meistens gar nicht. Wir frühstücken gerne zusammen, das ist auch so ein kleines Ritual. Dann fahren wir los, dass wir pünktlich da sind, und dann ist eigentlich bis zum Konzert Remmi Demmi.
Breuni: Heute haben wir Fußball gegen Montreal gespielt.

I kinda like music: Ja. Das haben wir bei Facebook gesehen. Wer hat gewonnen? Gab es Verletzte?

Breuni: Also ich lag aufm Sofa. Aber Jonas ist umgeknickt. (Anm. von uns: Sänger und Gitarrist von Montreal)
Sascha: Da wir den Rocksoccer Cup gewonnen haben, als Band, gehe ich davon aus das wir das ganz klar gemacht haben. Ich war leider aber auch nicht dabei.
Breuni: Und wenn Montreal dasselbe behaupten lügen die. Wir habens zuerst gesagt.
I kinda like music: Das haben wir gar nicht gefragt. (Anm. von uns: wir haben uns vorher auch schon mit Montreal unterhalten.)
Breuni: Gut, wir haben gewonnen. 10 zu null mit 2 Eigentoren.
Sascha: Montreal waren stets bemüht beim Fußballspielen.
Breuni: Sauber und fair versucht.
Tommy: Das Kopfballduell zwischen Rotscher und Hirsch war wirklich ganz stark. Wie Rotscher wirklich halt 2 Meter abgehoben ist …..
Breuni: Hat da wer Räuberleiter gemacht?
Tommy: …und Hirsch im stehen trotzdem gewonnen hat. (lacht)

mofa vik schanz sprungFoto:Viktor Schanz

I kinda like music: Hättet ihr eure Musik gerne mal irgendwo gefeatured? In einem Film oder einer Serie? Dadurch entsteht ja auch nochmal Aufmerksamkeit durch die Medien.

Sascha: Nicht wegen der Aufmerksamkeit. Aber gerne in nem guten Film. Tatort schauen ist auch eine Art Ritual bei uns.
Tommy: Du hast doch gerade von nem guten Film gesprochen. (lacht)
Breuni: Wir wären gern nen paar Jahre früher gewesen und im Soundtrack zum Film „Bang Boom Bang“ gewesen.

I kinda like music: Und guckt ihr auch die schlechten?
Breuni: Jeder Tatort kriegt eine Chance. Wir sagen nicht, wir gucken Münster nicht, weils Münster ist.
Sascha: Dadurch das wir auch alle im Musikbusiness arbeiten…also viel weg sind, ist ein Sonntagabend zu Hause oder ein Sonntagabend dann zusammen in nem Hotelzimmer sehr speziell und ist halt auch so richtig sonntagabendmäßig, sehr romantisch. Deswegen wir eh jeder geguckt auch wenn er dann schlecht war, dann sagt man ja gut dann jetzt noch ne Frustpizza bestellen. (alle lachen)

I kinda like music: Wie entstehen eure Songs ? Seid ihr alle an der Songentwicklung beteiligt? Sascha schreibt ja die Texte, sind die anderen im restlichen Vorgang eingebunden? Brainstormt ihr zusammen was man dazu machen könnte, oder hast du da auch schon eine Idee dazu im Kopf?

Sascha: Ich will nicht die ganze Zeit reden, aber…
Breuni: Mach ruhig. Ich hör dir gern zu.
Sascha: Ist aber wirklich sehr unterschiedlich. Also ursprünglich ist ja alles passiert, weil es 6 Demos gab, bei denen Musik und Texte grob da waren. Nach dem Aufnehmen war es erstmal projektmäßig sozusagen, weil ja alle so viel zu tun haben, aber dann war auch schnell klar „nein geht nicht, das ist jetzt ne Band und wir machen das jetzt volle Bude“. Und dann ist es entweder so das Tommy mit Riffs ankommt, oder es gibt mittlerweile manchmal nur kleine Schnipsel, oder mittlerweile auch Matze. Dann wird dran rumgebastelt und dann kommen die Texte, oder es gibt halt Textfragemente mit denen gearbeitet wird aber die Sachen…
Breuni: …beeinflussen sich sehr viel gegenseitig!
Sascha: Es wird mittlerweile ganz viel im Proberaum gemacht und auch die Texte! Es ist zwar so, dass ich die Texte aufschreibe, die müssen aber Wort für Wort durchs Plenum durch. Da gilt auch absolute Mehrheit. Oder ne Einstimmigkeit.
I kinda like music: Nun zu einer Frage, die mich persönlich sehr interessiert: Aus welchen Musikgenres kommt ihr eigentlich?

Breuni: Jeder für sich ? Weil alle zusammen ist ein bisschen schwierig.
Sascha: Ist gar nicht so schwierig. Dafür gibt’s ne ganz einfache Erklärung. Wir kommen alle aus mega musikalischen Elternhäusern und sind deswegen Scheuklappen frei aufgewachsen. Aber alle trotzdem mit Klassik und Rockmusik.
Tommy: Mit klassischer Rockmusik. (alle lachen)
Sascha: Trotzdem haben alle trotz unterschiedlicher Epoche die gleichen Bewegungen durchgemacht. Erst Pop-punk, dann wurde es härter…
Tommy: Pop punk ja , das härtere hab ich ausgelassen.
Sascha: Ne, aber du findest so Sachen ja auch gut, so Frisuren Hardcore. (lacht)
Tommy: Nee niee was denn für Frisuren Hardcore! Nie ..nix!
Sascha: Doch doch! Naja, dann Tommy kein Hardcore, aber sonst alle auch. Und dann so über die Metal Rutsche…
Breuni: Generation fuck haben doch auch bestimmt hier gespielt Sascha?
Sascha: Ja wir haben auch einmal hier gespielt.
Breuni: Vor 15 Jahren? (lacht)
Sascha: vor 11!
Breuni: Ich glaub ich spiel das 4. oder 5. mal hier. Schöner Laden. Also unsere Herkunft sind solche Hardcore Jugendhäuser.

I kinda like music: Finde ich gut! Zur nächsten Frage: Mit wem würdet ihr gerne mal auf Tour gehen?

Breuni: Die Frage kriegt man oft gestellt von Außen; die Frage stellt sich in Wirklichkeit eigentlich nie. Es läuft ja im seltensten Fall so das man sich das aussuchen kann.
I kinda like music: Aber wenn euch eine Band die ihr überhaupt nicht abkönnt fragen würde, ob ihr mitkommt?
Tommy: Ist ne inhaltliche Frage, auf jeden Fall! Es muss aber musikalisch passen.
Sascha: Also wir würden aber nie mit Freiwild spielen.
Tommy: Wir würden jetzt auch nicht mit ner Metal-Band auf Tour fahren, weils kein Sinn macht….
Sascha: Oder es sind halt Kumpels und wir sagen es macht trotzdem Sinn, weils Bock macht.

mofa viktor schanz stehenFoto: Viktor Schanz

I kinda like music: Kommen wir zur letzten Frage: Was ist die schlimmste Location die ihr bisher bespielt habt?

Breuni: Es kommt selten zum Glück alles, was eine Location schlimm macht, auf einmal. Es kann schlechte Werbung sein was eine schlechte Location ausmacht. Oder schlechte Leute vor Ort aber es kommt nie alles auf einmal zusammen.
Tommy: Oder auch schlechte Leute vor der Bühne….
Breuni: ….Schlechte Technik!
Tommy: Also meistens ist es so, wenn der Club schwierig ist, ist nachher die Show cool, weil die Leute cool sind.
I kinda like music: Letztes mal als ihr hier gespielt habt war es jetzt nicht so voll….
Breuni: Aber das ist nicht annähernd eine schlechte Location!
I kinda like music: Nein das wollte ich auch nicht damit sagen!
Tommy: Haben wir jetzt alle Fragen rumgekriegt ohne sie zu beantworten
(alle lachen) Aber am ende geht’s ja darum Musik zu machen zusammen. Das ist so was auf der Bühne passiert wichtig. Da kann auch wenig passieren von außen was einen dann durcheinander bringt.
Sascha: Es gibt natürlich manchmal Sachen die einen ärgern, aber eher selten auch und ansonsten sind das ja immer Reaktionen auf irgendwas anderes.
Breuni: Für die meisten Sachen die falsch laufen, gibt es ja Gründe und wenn man in Jugendzentren oder so spielt, ist das dann ja auch kein Ort, wo man sich an jeder kleinsten Begebenheit aufreibt. Sondern es ist ja schön wenn sich da gegenseitig unterstützt wird.
I kinda like music: Es soll ja Leute geben die das trotzdem machen…
Tommy: (scherzt) Montreal zum Beispiel
Breuni: Die Handtücher sind doch 10 cm zu klein… (alle lachen)

I kinda like music: Ok das wars dann auch schon. Danke!
Breuni: Dankeschön.

mofaas und wir

Die Mofas und wir!

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